Die afrikanischen Staaten und ihre individuelle Musik

 
 

Zu den hier aufgeführten Staaten haben wir zusätzlich zu den wichtigsten
Musikherkunftsinformationen jeweils ein kleines Hörbeispiel hinterlegt.

Aufgrund der musikalischen Vielfalt Afrikas und Vermischung der einzelnen
Musikstile innerhalb der Staaten ist es leider nicht möglich, individuelle
Musikstücke zu benennen, die absolut typisch für das jeweilige Land sind.

 
     
 

Algerien

Rai, eine algerische Pop-Art, ist eine der weit verbreitesten Musikrichtungen in Nord-Afrika; ein moderner beschwingter "Middle Eastern Sound". Zahlreiche Kassetten haben Europa erreicht, mit namhaften Künstlern wie Cheb Khaled, Cheb Mami und Fadela/Sahraoui. Bellmou Messaoud ist bereits eine Legende als Trompeter und Mitgestalter des Pop-Rai. Unverkennbar setzt er Zeichen mit
dieser folk music durch Verbreitung in sämtlichen Medien. Bellemou´s Stil ist trotz Moderne traditionell geblieben: Flöte aus Rosenholz, eine große Anzahl an Percussion mit der tbal (Basstrommel, die mit zwei Stöcken gespielt wird), oft nur instrumental.
 
 

Angola

Musikbeispiel

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Der Sänger/Komponist Bonga Kwenda mit seiner Gruppe Batuki mixt viele traditionelle Elemente in seiner Musik (Martinique, Brasilien, Guinea-Bissau u.a.). Geboren in Dande, Angola, wurde er bekannt durch seine Unabhängigkeitssongs. Er ging nach Paris und komponierte und spielte mit Künstlern aus Brasilien, Cape Verde und Angola.  
 

Äthopien

 
Aster Aweka ist die Vertreterin der modernen Form der äthiopischen Musik.
In den USA, wo sie seit 1979 lebt, wird ihre Stimme oft mit der von Soul-Sängerinnen wie Aretha Franklin und Anita Baker verglichen. Sie transformiert die Klänge von Oboe und Violine in soul-ähnliche Bläsersätze und singt dazu mit kraftvoller, sonorer Stimme in ihrer Heimatsprache, dem Amharisch.
 
 

Benin

 
Angelique Kidjo steht beispielhaft für die Beachtung, die afrikanische Popmusik mitlerweile auch bei uns genießt. Traditionelle Rhythmen aus ihrer Heimat Benin in Verbindung mit westlichen Arrangements und Melodien werden zu gefälligem, durchweg tanzbaren Afropop. Mit ihrem Album „Fifa" schließt sie nahtlos an den großen Erfolg von „Aye" an, mit dem ihr 1994 der Durchbruch gelang.  
 

Burkina Faso

 
Die durch Touren in Deutschland auch hier bekannte Gruppe Farafina kam 1978 zusammen. Farafina gründete in Bobo-Dioulasso (zweitgrößte Stadt in Bukina Faso) eine Schule, in der die „Älteren" jungen Musikern ihr Wissen vermitteln. Ihre Instrumente sind die tama (talking drum), Balafone (hölzerne Xylophone), bara (Kürbisschalen), Djembe (Solotrommel), Flöte und sokou (eine kleine afrikanische Geige).  
 

Burundi

 
Die Musiker dieser Aufnahme lernten ihr Handwerk schon in frühem Alter von ihren Vätern und Großvätern. Ihre Vorfahren waren immer Trommler, heute jedoch in erster Linie Farmer, seit Burundi im wesentlichen eine Landwirtschaftsnation ist. Heutzutage ist die Aufführung der Trommler weniger von den rituellen Bedeutungen aus der Vergangenheit bestimmt, aber viele Rhythmen beziehen sich auf Aspekte des täglichen Lebens: pflanzen und ernten des Soghum, Vögel, und Verehrung der Kühe, die in Burundi heilig sind.  
 

Elfenbeinküste

 
Seydou Kone (Alpha Blondy) ist einer der ersten Künstler von der Elfenbeinküste, der mit seinen Texten über soziale Diskriminierung, Folter, Polizeigewalt und Machtmissbrauch auf die Zustände in seiner Heimat aufmerksam machte. Der Song „Boulevard De La Mort" wurde 1978 zusammen mit der Raggae-Formation „The Wailers" eingespielt.  
 

Gabun

Musikbeispiel

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Einer der bekanntesten Künstler Gabuns ist der blinde Sänger, Gitarrist und Dichter Pierre Akendengue. Er studierte in Frankreich, nachdem er die Gabuner Regierung heftig kritisierte. Man verzieh ihm. Bis 1985 hatten seine Lieder einen internationalen Stil, dann verfasste er sie in seiner Muttersprache Myene und kam zurück zu seinen Wurzeln.  
 

Gambia

 
Im kleinsten afrikanischen Land Gambia ist die überwiegende Anzahl der Menschen Mandinka. Die Gruppe Mandinka Musicans wurde bekannt durch ihr virtuoses Koraspiel (ein 21-saitiges harfeähnliches Instrument). Sie spielen und singen Lieder der Griots (historische Sänger).  
 

Guinea

 
Aufgewachsen in Guinea und gefördert durch die bis zum Tode von Präsident Sekou Toure geltende Kulturpolitik, konnte sich Sekouba BAMBINO Diabate über die Grenzen Guineas hinaus eine große Popularität verschaffen. Sein Album „Le Destin", nun gänzlich frei produziert, bietet einen schönen Einblick in den „State of the Art", der Musik Guineas.  
 

Kap Verde

 
Kap Verde war bis zur Unabhängigkeit 1975 portugiesische Kolonie. Musikalisch sind die Inseln vor der Westküste Afrikas kuba-karibisch geprägt. Vermisst wird hier der eigene traditionelle Stil. Die Mendes Brothers sind Vertreter einer neuen Generation von Kap Verde. Ihr erstes Album, Palonkon, nannten sie nach ihrem Dorf auf der Insel Foto, wo sie als Kinder lebten, bis sie mit ihren Eltern in die Staaten zogen.  
 

Kamerun

 
Die Gruppe Les Tetes Brules aus Kamerun kommt mit eindrucksvoller Körperbemalung auf die Bühne. Ihre Musik baut auf dem traditionellen Bikutsi auf, beinhalten mittlerweile auch traditionelle Stile aus Südafrika, Zimbabwe und Zaire.  
 

Kenia

 
Lou Benga, Gitarrenmusik aus West-Kenia, war das Kennzeichen Kenianischer Musik für nahezu 20 Jahre. Die Kapere Jazz Band gründetet sich in 1986 und entwickelte den eigenen Stil aus der Musik, die bei Beerdigungen und Kämpfen gespielt wurde, sehr energiegeladen und enorm tanzbar.  
 

Kongo

 
Kongo und Soukous sind eins. Die Wurzeln dieser Musikrichtung liegen wohl in kubanischem Rumba-Rhythmus der 50er Jahre. Einer der bekanntesten Musiker ist Aurlus Mabele mit seiner Gruppe Loketo.  
 

Madagaskar

 
Aus der Hauptstadt Madagaskas, Antananarivo, stammt die Gruppe Tarika Sammy.
Sammy spielte viele traditionelle Instrumente seines Landes.
 
 

Mali

 
Ihre mutigen Texte machten Oumou Sangare bei den Frauen Malis und der Nachbarländer besonders beliebt. Neben der textlichen Seite ist sie auch von der musikalischen her besonders interessant.  
 

Marokko

 
Der Marokkaner Hassan Hakmoun spielte sein erstes Album mit den amerikanischen Musikern Alan Rudolph (Perkussion) und Richard Horowitz (Flöte, ney) ein, und führte so einen mit Respekt für die Wurzeln der Musik interkulturellen Dialog. Er kommt aus der Tradition der gnawa, einer Musik schwarz-afrikanischer Sklaven, die von arabischen Händlern auch nach Marokko gebracht wurden. Ziel der gnawa-Musik ist es, den Hörer mit Gott zu vereinen.  
 

Mauretanien

 
In Mauretanien lebt Dimi Mint Abba, deren glockenklare, mächtige und doch intime Stimme weit über die Landesgrenzen hinaus geschätzt wird. Sie zählt zu den iggawen (maurische Bezeichnung für die Musikerkaste). Die sonst übliche kleine Laute (tindinit) ist hier durch eine E-Gitarre ersetzt, die Harfe (ardin) wird wie die Trommel (thal) von Frauen gespielt.  
 

Mosambique

 
Marrabanta ist ein Tanzstil aus Mosambique, der die Unabhängigkeit preist. Man findet ihn in sämtlichen Ländern, die früher portugiesische Kolonie waren, einschließlich in Teilen von Südafrika, gehört aber in Wirklichkeit zu Mosambique. Die erfolgreichste moderne Marabanta repräsentierende Gruppe war das Orchestra Marrabanta Star de Mozambique, hier zu hören mit der Sängerin Dulce.  
 

Nigeria

 
Als Sohn des berühmten Musikers Fela Anikulapo Ransome-Kuti stand Femi Kuti zunächst im Schatten seines Vaters. In der Zeit, als Fela im Gefängnis war, übernahm Femi die Leitung seiner Band. Mit dem Album „Femi Kuti" ist es ihm gelungen, seine eigene Karriere als Musiker zu etablieren.  
 

Senegal

 
Youssou N´dour gilt als der unangefochtene König der Mbalax-Musik. Früh mit dem Singen angefangen, gründete er seine Gruppe Super Etoile de Dakar, die aus einer Abspaltung der ursprünglichen Star Band hervorgegangen ist.  
 

Sierra Leone

 
Nachdem Abdul Tee-Jay, geboren in Freetown, Sierra Leone, als Kind die Kora und Laute spielen gelernt hatte, unterrichtete ihn sein Cousin mit 9 im Gitarrenspiel. 1974 ging er in die Staaten und anschließend nach England. Dort spielte er „Pan-African-Style" und mixte Musik von Kenia, Zaire und Nigeria.  
 

Simbabwe

 
Stella Chiweshe wird die „Queen der Mbira" genannt. Mbira ist ein Daumenklavier, welches man in vielen Teilen Afrikas findet, Simbabwe bezeichnet man als die Quelle. Stella lernte dieses Instrument von ihrem Onkel, einem Musiker. Sie ist in Deutschland mittlerweile sehr bekannt.  
 

Sudan

 
Der Lautenspieler Abdel Gadir Salim studierte am Institute for Music and Drama in Khartoum. Er sang zusammen mit dem bekannten Pop-Star Abdul Aziz el Mubarak und tourte durch viele Nachbarländer, u.a. auch durch Europa.  
 

Südafrika

 
Die Soul Brothers ist eine der meist bekanntesten mbaqanga-Bands (Süd-Afrika-township jive). Sie spielen Hammonorgel, Gitarre, Bass und mehrere Blasinstrumente. Ihr Stil beeinflusste viele andere süd-afrikanische und auch nicht-amerikanische Künstler, u.a. Paul Simon.  
 

Tansania

 
Remmy Ongala startete seine Musik-Karriere 1946, als seine Mutter starb und ihm die Versorgung der Familie übertrug. Er wurde bekannt durch seine sehr emotionalen Songs und seine charismatische Persönlichkeit.  
 

Uganda

Musikbeispiel

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Die meist bekannteste Theatergruppe von Uganda, die Ndere Troupe, startete ihre Karriere 1986. Sie nannte sich nach dem populären traditionellen Instrument, der Ndere (Bambusflöte).  
 

Zaire

 
Zaiko Langa Langa zeichnet verantwortlich für eine ganze Reihe erfolgreicher
Tanz-Moden: den Cavacha, Silawuka, Tara, Wondo Stock u.a.